Jasper, Mount Robson, Clearwater bis Bridge Lake, Tag 13

Nicht nur wie gestern angekündigt bis Clearwater sondern noch ein ganzes Stück weiter bis zum Bridge Lake hat uns die längste Etappe unserer Wohnmobilreise geführt – aber der Reihe nach:

Wapiti-Kuh (Elk) auf dem Whistler-Campground in Jasper Der Aufbruch war zeitig aber nicht überstürzt, da wir ja eh nach Westen über die Zeitzonengrenze fahren und damit ein Stunde gewinnen würden. Fällt uns der Abschied aus Jasper vergleichsweise leicht, ist das bei dem Campground schon ganz anders. Hier bekommen wir quasi als Abschlussvorstellung gleich noch eine äsende Wapitidame keine 15 Meter vom Camper entfernt zu sehen und ein paar Sites weiter den imposanten Hirsch dazu. Als ich das – dienstbeflissener und artiger Tourist, der ich bin – bei der Ausfahrt melde, sagt man mir, dass noch ein zweiter Hirsch auf dem Platz ist und man eventuell noch den Showdown am O. K. Corral erwartet; es ist Brunftzeit. Wir möchten da nicht im Weg sein und verlassen den Platz wie geplant. Einige Tage später sollen wir jedoch noch an die Wapitis erinnert werden (Ich beginne, Spaß an diesen Cliffhangern zu entwickeln.).

Getankt haben wir in Jasper Rocky-Mountain-typisch für 98,9 Cent. Rauf auf den Trans Canada Highway (hier die 16) nach Westen. Leider war das Wetter ziemlich schlecht, sodass wir von den Sehenswürdigkeiten an der Strecke nichts mitbekommen haben. Auch vom Mt. Robson, mit 3954 m immerhin der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains, war leider fast nichts zu sehen. Wir sind am Visitor Center noch ausgestiegen, konnten jedoch nur sehen, dass sich wohl etwas Größeres in den Wolken versteckte. In dem Moment war das natürlich ziemlich enttäuschend, tatsächlich haben wir auf dieser Strecke aber die letzten Regentropfen der ganzen Tour gesehen. Das wussten wir damals natürlich noch nicht.

Die Entscheidung, bei Tête Jaune Cache den Trans Canada Highway zu verlassen und weiter über die 5 nach Süden zu fahren, war wegen des Wetters ja schon am Vortag gefallen. Es folgte ein recht eintöniges Stück Strecke und wieder kein leckerer Kaffee unterwegs. In der Nähe von Blue River wurde eine Fluss-Safari angeboten, die zwar vielversprechend klang, aber mit 75 CAD/Person aber auch ziemlich teuer war. Dazu kam noch dass wir ziemlich viel Zeit verloren hätten – obwohl Zeit natürlich eigentlich kein Thema war. Aber weiter; hier, zumindest in der Nähe von Blue River, wäre der erste mögliche Stopp unserer Liste der Campingplätze gewesen. Da es aber noch vor Mittag war und wir vor Ort nichts weiter geplant hatten, haben wir uns zur Weiterfahrt entschieden.

Der "World Famous Burger"

Mittags haben wir in Avola (da bin mir allerdings nicht ganz sicher) gestoppt, um im Log Inn Pub (sicher) den seit etlichen Kilometern sehr geschickt beworbenen "World Famous Burger" zu essen. Der Burger in dem bei unserer Ankunft leeren Lokal war auch tatsächlich sehr lecker und reichhaltig. Und das Gästebuch bewies dann auch, dass wirklich schon Leute aus allen Erdteilen diesen Burger probiert hatten. Wir bekamen unseren noch rechtzeitig vor einer Ladung Bustouristen, die gerade eintraf, als wir zum Glück eh schon fahren wollten. Ein Burger war in diesem Laden übrigens ein Burger, was die Karte sehr übersichtlich machte. Als Erklärung dazu stand noch ein nettes Schild auf der Theke, das in etwas lautete wie folgt: "You get your burger the way I make it. This is not fucking Burger King."

Als nächtes kam Clearwater, das ja eigentlich für die Übernachtung eingeplant war. Da uns aber weder die Stadt (die übliche Ansammlung von Imbissbuden), noch der anvisierte Campground "Dutch Lake Rosort and RV" gefielen, entschlossen wir uns, die knapp 100 km zum Brigde Lake noch draufzulegen. Schließlich waren wir früh genug dran. Von der 5 sind wir dann also in Little Fort auf den Highway 24, den "Fishing Highway" abgebogen. Dachte ich, wir kämen nun in eine flache Gegend, ging es erst noch einmal steil bergauf und wir kamen auf über 1300 m. Den versprochenen Sonnenschein hatten wir zwar, dafür wehte aber ein starker Wind, der wohl auch der Grund für einen Unfall auf der Strecke war, an dem wir später vorbeikamen. Wie wir später auf dem Campground hörten, war ein Auto in den Gegenverkehr geraten und es gab einen Toten. Auf tragische Weise wurden wir daran erinnert, dass die landschaftlich so schönen Straßen mit ihren wunderbaren Ausblicken und abwechslungsreichen Kehren eben auch sehr gefährlich sein können. Man sollte das Fahrzeug und sich selbst richtig einschätzen und von diesem Wert ausgehend noch ein paar Stundenkilometer langsamer fahren.

Ausblick auf den Bridge Lake vom Fenster des Campers aus Zum Campground am Brigde Lake, dem "Cottonwood Bay Resort", auf dem wir zwei Tage verbrachten, möchte ich hier noch gar nicht viel sagen. Bis zum nächsten Bericht muss dieses Bild reichen. Es zeigt den Ausblick, den wir aus dem Fenster unseres Campers hatten. Solch ein Blick bei traumhaftem Wetter – das hatten wir uns redlich verdient.

4 Kommentare zu Jasper, Mount Robson, Clearwater bis Bridge Lake, Tag 13

  1. Pingback: Wanderung am Pyramid Lake in der Nähe von Jasper » Camping in Kanada

  2. Markus sagt:

    Der Log Inn Pub ist in Avola, da trügt Dich Deine Erinnerung nicht.

  3. Caro sagt:

    Wie schade, dass ihr den Stop bei der Safari-Tour nicht gemacht habt, da ihr doch Bärensichtungen ganz oben auf eurer Wunschliste hattet! Wir waren jetzt gerade für vier Wochen mit dem Wohnmobil in Kanada unterwegs, und obwohl ich vorher sehr, sehr misstrauisch war bezüglich der Boots-Safaris, haben wir sie doch gemacht. Und wir haben zwei Schwarzbären aus allernächster Nähe und sehr ausführlich beobachten können. Toll!!!! Die verschiedenen Einträge im Gästebuch zeigten dann auch, dass das keine Ausnahme war.
    Also: Obwohl dort auch ganze Busladungen von Touristen hingebracht werden, war die Tour wirklich klasse. Und auf die Zodiac-Boote passen eh nur jeweils 12 oder 16 Leute drauf – also eine zum Glück recht überschaubare Anzahl von Personen.

    Ich bin ja gespannt, beim Weiterlesen zu sehen, ob ihr noch Bären gesehen habt …

    • Stefan sagt:

      Ich bereue nichts. Alles, was wir nicht gemacht haben, hat uns Möglichkeiten an anderen Stellen eröffnet und Bärensichtungen (wenn auch nicht auf dieser Tour) hatten wir mittlerweile etliche in Kanada und in Alaska. Aber ich glaube gern, dass die Tour wirklich gut ist und habe das auch schon mehrfach von anderen gehört.